Pflege zu Hause

Pflege zu Hause: auf diese 7 Dinge sollten Sie achten!

Wird ein geliebter Mensch pflegebedürftig, sei es aufgrund einer Krankheit oder den zunehmenden Schwierigkeiten des fortgeschrittenen Alters, so möchten viele Menschen für den Angehörigen die Pflege zu Hause übernehmen. Einfach ist das für niemanden, weder für den Pflegebedürftigen noch für seinen pflegenden Angehörigen. Oft kommt die Pflegebedürftigkeit sehr plötzlich und keiner der Beteiligten kann sich so schnell auf die neue Lage einstellen. Doch selbst wenn die Pflegebedürftigkeit schleichend kommt, bringt so eine Situation viele Schwierigkeiten mit sich. Menschen, die die Pflege zu Hause übernehmen möchten, tragen eine große Verantwortung und müssen sich darauf einstellen, dass die Betreuung sehr zeitintensiv ist und sie ihr eigenes Leben erst einmal zurück stellen müssen. Auch ist die Pflege zu Hause sehr anstrengend und verlangt dem Pfleger sowohl physisch als auch psychisch Einiges ab.

Wenn Sie sich zu diesem Schritt entschließen, sollten Sie sich deshalb gründlich über die mit der Pflege zu Hause einhergehenden Anforderungen informieren, damit diese Erfahrung für alle Beteiligten möglichst positiv und konfliktfrei wird.

Um Sie dabei zu unterstützen, haben wir anhand der Empfehlungen des Bundesministeriums für Gesundheit eine kurze Übersicht darüber zusammen gestellt, woran Sie denken und worauf Sie sich einstellen müssen, wenn Sie sich für die Pflege zu Hause entscheiden.

Umfassende Beratung.

Lassen Sie Sich so bald wie möglich bei der Pflegekasse oder bei einem Pflegestützpunkt umfassend beraten. Überprüfen Sie, welche Leistungen Ihnen zustehen, zum Beispiel von einem Pflegedienst und füllen Sie die entsprechenden Anträge aus. Klären Sie ab, wer sich zusätzlich an der Pflege zu Hause beteiligen kann und erstellen Sie mit diesen Personen und dem Pflegebedürftigen einen Versorgungsplan. Besuchen Sie einen Pflegekurs.

Freistellung von der Arbeit beantragen.

In akuten Fällen können Sie sich für bis zu zehn Tage von der Arbeit freistellen lassen, um die Pflege zu Hause zu organisieren. Des Weiteren können Sie für maximal sechs Monate Pflegezeit beantragen, was eine unbezahlte Freistellung bedeutet. Darüber hinaus können Sie auch um eine Familienpflegezeit bemühen, was eine Reduzierung der Arbeitszeit auf 15 Stunden pro Woche für maximal 24 Monate ermöglicht.

Die Wohnung auf die Pflege zu Hause umstellen.

Achten Sie dabei darauf, dass die Umgebung möglichst vertraut bleibt und persönlich eingerichtet ist, damit der Pflegebedürftige sich so wohl wie möglich fühlt. Niemand möchte sich in seinem zu Hause wie in einem Krankenhaus fühlen. Trotzdem sollte das Zimmer entsprechend aufgerüstet werden, zum Beispiel mit einem passenden Pflegebett. Passen Sie darauf auf, Stolperfallen zu vermeiden.

Die richtige Ernährung.

Wenn gesundheitlich nichts dagegen spricht, können die Lieblingsspeisen des gepflegten Menschen weiterhin serviert werden. Nur bei Stoffwechselerkrankungen, Leberschäden sowie Über- oder Untergewicht sollte eine bestimmte Diät eingehalten werden. Achten Sie während der Pflege zu Hause auf vollwertige und vitaminreiche Kost und genügend Flüssigkeit. Besonderes Geschirr und Besteck können das Essen bzw. das Füttern erheblich erleichtern.

Auf Körpersignale achten.

Um frühzeitig zu erkennen, ob sich der gesundheitliche Zustand des Pflegebedürftigen negativ verändert, müssen Sie lernen, seine Körpersignale zu deuten. Beobachten Sie hierzu Puls, Haut, Atmung, Temperatur, Blutdruck, Urin, Stuhlgang und die allgemeine Stimmung auf Veränderungen. Bei Unsicherheit suchen Sie Hilfe oder kontaktieren Sie einen Arzt.

Heben, Tragen, Lagern und Bewegen lernen.

Für die Pflege zu Hause ist es unbedingt notwendig, das richtige Heben, Tragen, Lagern und Bewegen eines bettlägerigen Menschen fachgerecht zuerlernen. Auch müssen Sie mit dem Pflegebedürftigen üben, wie er sich im Notfall selbst bewegen kann. Achten Sie auf Druckgeschwüre und Gelenkversteifungen und lagern und bewegen Sie den Pflegebedürftigen dementsprechend regelmäßig bzw. unterstützen Sie ihn bei der Bewegung, um Muskelschwund zu verhindern.

Die richtige Körperpflege.

Auch die tägliche Körperpflege eines pflegebedürftigen Menschen ist Teil der Pflege zu Hause und muss unbedingt erlernt werden. Das ist gar nicht so einfach, wenn es zum Beispiel an das Waschen im Bett oder knifflige Tätigkeiten wie die Rasur oder die Mundhygiene eines anderen Menschen geht. Besonders der Gang zur Toilette ist anfangs ungewohnt und für beide Seiten unangenehm, aber auch hiervon sollte man sich nicht abschrecken lassen. Wie in allen Bereichen kommt auch hier irgendwann die Routine. Denken Sie auch im Badezimmer über eine Nachrüstung, zum Beispiel mit einem Duschstuhl, nach. Dies erleichtert die tägliche Körperpflege.

Sie können nun in etwa abschätzen was es bedeutet, einen lieben Angehörigen zu Hause zu pflegen. Es gibt vieles, auf das man achten muss und die neue Situation bringt große Umstellungen mit sich. Doch Sie können alles Lernen und mit der Zeit werden Sie an den neuen Aufgaben wachsen. Dennoch müssen Sie nicht alles alleine stemmen. Pflegedienste können Ihnen professionell helfen und Sie bei der Pflege zu Hause unterstützen. Informieren Sie sich deshalb auf jeden Fall darüber, ob Sie einen Pflegedienst in Anspruch nehmen können und welche Leistungen er Ihnen bietet. Damit steht der Pflege zu Hause nichts mehr im Wege!

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