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Pflegezusatzversicherung: Ist eine private Vorsorge sinnvoll oder nicht?

Pflegebedürftigkeit zu akzeptieren, ist nicht leicht. Für den Pflegebedürftigen und seine Angehörigen stellt die Situation eine große finanzielle Belastung dar. Zur Deckung der anfallenden Kosten reichen Alterseinkommen und Zahlungen der gesetzlichen Pflegeversicherung oftmals nicht aus. Verschafft eine Pflegezusatzversicherung hier Abhilfe?

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Haben Sie Fragen zur Pflegezusatzversicherung im Kontext der ambulanten Pflege? Rufen Sie uns an unter ✆ Tel. 089/ 958 972 90 oder schreiben Sie eine Nachricht an info@aktiv-dahoam.de.

Hinzu kommt die persönliche Herausforderung. Pflegebedürftig zu sein, bedeutet eine enorme Umstellung. Was im Alltag bislang ohne Probleme funktionierte, hängt plötzlich von der Unterstützung anderer Personen ab.

Erhalten Sie in diesem Beitrag die wichtigsten Informationen zum Thema Pflegezusatzversicherung.

1. Die Versorgungslücke in der Pflege

Pflege ist teuer. Wie hoch die tatsächlichen Kosten im Einzelfall sind, hängt sowohl vom Umfang der Pflegebedürftigkeit als auch von der gewählten Form der Betreuung ab. Ist die Unterbringung in einer speziellen Unterkunft erforderlich oder gewünscht, belaufen sich die Kosten bei Pflegegrad 5 schnell auf mehr als 3.500 Euro.

Die soziale Pflegeversicherung schießt rund 2.000 Euro zu. Die Differenz müssen Sie aus eigener Tasche zahlen.

Diese Versorgungslücke ist auch in den unteren Pflegegraden und bei ambulanter Pflege zu spüren.

2. Private Vorsorge senkt die Belastung

Den verbleibenden Eigenanteil können Sie durch regelmäßige Einkünfte wie Rentenzahlungen, Miet- oder Zinseinnahmen finanzieren. Auch angespartes Vermögen lässt sich zur Deckung der Kosten nutzen. Sind Sie nicht in der Lage, die Differenz aus eigenen Mitteln zu tragen, greift – eine entsprechende Leistungsfähigkeit vorausgesetzt – die gesetzliche Unterhaltspflicht.

Für die verbleibenden Kosten müssen dann Ihre Angehörigen aufkommen.

Mit dem Abschluss einer privaten Pflegezusatzversicherung können Sie die finanzielle Belastung reduzieren.

3. Pflegezusatzversicherung: Leistungen und Prämien variieren

Die private Pflegezusatzversicherung ist eine Ergänzung zur gesetzlichen Pflegeversicherung. Sie zahlt, wenn der Pflegefall eintritt – und hilft so dabei, die tatsächlich entstehenden Kosten zu decken.

Grundsätzlich stehen drei verschiedene Arten der Pflegezusatzversicherung mit unterschiedlichen Leistungen zur Wahl:

  1. die Pflegetagegeldversicherung,
  2. die Pflegekostenversicherung und
  3. die Pflegerentenversicherung.

Die Höhe der jeweils fälligen Prämie richtet sich nach dem Alter und dem Gesundheitszustand zum Zeitpunkt der Antragstellung.

3.1. Die Pflegetagegeldversicherung

Die Pflegetagegeldversicherung ist die am häufigsten gewählte Form der privaten Absicherung. Es handelt sich um eine reine Risikoversicherung, die Ihnen im Pflegefall ein im Vorfeld definiertes Pflegegeld auszahlt. Die Höhe der Leistungen hängt dabei vom jeweils festgestellten Pflegegrad ab.

Ob Sie das Pflegegeld zur Zahlung ambulante Pflegeleistungen verwenden oder damit Ihre pflegenden Angehörigen unterstützen, bleibt Ihnen selbst überlassen: Die gewährten Leistungen stehen Ihnen zur freien Verfügung.

Pflege-Bahr als Sonderform

Die private Pflegetagegeldversicherung können Sie auch mit staatlicher Förderung abschließen: Beim sogenannten Pflege-Bahr erhalten Sie einen Zuschuss in Höhe von fünf Euro pro Monat. Anders als bei anderen Formen der Pflegezusatzversicherung müssen Sie zum Abschluss des Vertrages keine Gesundheitsfragen beantworten.

Dafür aber fallen die Leistungen vergleichsweise gering aus. Darüber hinaus gilt eine fünfjährige Wartezeit.

3.2. Die Pflegekostenversicherung

Die Pflegekostenversicherung erstattet die im Rahmen einer ambulanten oder stationären Pflege anfallenden Kosten, die von der gesetzlichen Pflegeversicherung nicht gedeckt sind. Um die Leistungen der Pflegekostenversicherung in Anspruch zu nehmen, müssen Sie einen Nachweis aller mit der Pflege im Zusammenhang stehenden Ausgaben einreichen.

Der Umfang der Erstattungen richtet sich nach dem gewählten Tarif. Der Versicherer zahlt entweder einen im Vorfeld vereinbarten Prozentsatz oder übernimmt die Kosten unter Berücksichtigung eines zum Vertragsschluss festgelegten jährlichen Höchstbetrages in voller Höhe.

Pflegeleistungen, die durch Angehörige oder Freunde erbracht werden, sind von der Pflegekostenversicherung allerdings nicht gedeckt.

3.3. Die Pflegerentenversicherung

Die wie eine private Lebensversicherung aufgebaute Pflegerentenversicherung zahlt Ihnen im Pflegefall eine lebenslange, monatliche Pflegerente. Die Höhe der Leistungen ist verschieden: Sie hängt nicht nur vom Grad der Pflegebedürftigkeit ab, sondern auch vom jeweils erwirtschafteten Gewinn.

Als Versicherter erhalten Sie wenigstens einen garantierten Mindestbetrag. War die Anlage des Kapitals erfolgreich, kommt es sogar zur Zahlung eines Überschusses. Die Leistungen der Pflegerentenversicherung dürfen Sie für die Laienpflege nutzen.

4. Pflegezusatzversicherung ja oder nein?

Der Abschluss einer privaten Pflegezusatzversicherung ist nicht zwingend notwendig. Ob die Pflegezusatzversicherung sinnvoll ist oder nicht, hängt von den Umständen des Einzelfalls ab. Nicht jede Art der Absicherung ist für jeden Pflegebedürftigen gleich geeignet.

Nehmen Sie sich daher die Zeit, die Vor- und Nachteile der verschiedenen Varianten zu überprüfen.

Wichtig ist in jedem Fall, dass Sie sich der finanziellen Belastung durch die anfallenden Versicherungsprämien bewusst sind.

5. Holen Sie sich kompetente Unterstützung

Schließen Sie eine Pflegezusatzversicherung ab, müssen Sie zumindest bis zum Eintritt der Pflegebedürftigkeit Beiträge zahlen. Da die Kosten im Laufe der Jahre steigen können, sollten Sie sich schon beim Abschluss des Vertrages sicher sein, die Prämien auch in der Rente noch stemmen zu können.

Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob eine Pflegezusatzversicherung sinnvoll ist oder nicht, suchen Sie sich kompetente Unterstützung. Professionelle Dienstleister sind mit den Vor- und Nachteilen der verschiedenen Varianten vertraut und können Ihnen zeigen, ob eine Pflegezusatzversicherung notwendig ist und welche zu Ihnen passt.

Wenn Sie als Pflegebedürftiger oder als Angehöriger weitergehende Fragen zu Themen der ambulanten Pflege haben, stehen wir Ihnen als langjährig präsenter ambulanter Pflegedienst zu einer vertraulichen sowie unverbindlichen Beratung gerne zur Verfügung.
Rufen Sie uns an unter ✆ 089/ 958 972 90 oder schreiben Sie uns eine Mail an info@aktiv-dahoam.de.

Wir freuen uns auf Ihre Nachricht!

Bildquellennachweis: Boris Zerwann / panthermedia.net

Was zahlt die Pflegeversicherung?

Für jeden Menschen ist es schlimm, wenn er das eigene Leben plötzlich nicht mehr richtig meistern kann. Dafür gibt es viele Gründe: Eine Behinderung, eine schlimme Krankheit im körperlichen oder geistigen Bereich.

In diesen Fällen der Pflegebedürftigkeit ist es gut zu wissen, sich an die Pflegeversicherung wenden zu können. Diese unterstützt Sie dabei, die dringend benötigte Pflegehilfe teilweise oder insgesamt bezahlen zu können. Die Antwort auf die Frage „Was zahlt die Pflegeversicherung?“ hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Zeitfaktor als erste Voraussetzung

Die Pflegeversicherung ist erst zur Zahlung von Leistungen verpflichtet, wenn sie vom Pflegebedürftigen für mindestens sechs Monate beansprucht wird.

Haben Sie weitere Fragen zum Thema Was zahlt die Pflegeversichtung?

Haben Sie weitere Fragen zum Thema „Was zahlt die Pflegeversichtung?“ Rufen Sie uns an unter 089 958 972 90.

Außerdem spielt die Art der Hilfe eine wichtige Rolle.

Benötigen Sie lediglich Hilfe im Haushalt? Oder beim täglichen Einkauf? Ist die Hilfe rund um die Uhr notwendig?

Dann sollte die Pflegeversicherung in Anspruch genommen werden und den Pflegegrad festlegen, den viele noch als Pflegestufe kennen.

Von dem festgelegten Pflegegrad, es gibt insgesamt fünf Grade, ist auch die Höhe der Leistung abhängig.

Wie die richtige Antragstellung erfolgen muss

Grundsätzlich ergeht eine Antragstellung an die für Sie zuständige Pflegekasse. Keine Sorge, die Pflegekasse ist direkt bei Ihrer Krankenkasse untergebracht.

Sie können aber auch Familienangehörige, einen guten Nachbarn oder Freunde beauftragen, den Antrag in Ihrem Namen zu stellen. Dafür ist lediglich eine entsprechende Vollmacht anzufertigen.

Die Unterschiede der einzelnen Pflegegrade

  • Der Pflegegrad 1 enthält eine Grundpflege zwischen 27 und 60 Minuten inklusive der Psychosozialen Betreuung einmal täglich. Außerdem benötigen Sie weder nachts noch tagsüber Hilfestellungen.
  • Beim Pflegegrad 2 dauert die Grundpflege zwischen 30 und 127 Minuten. Hinzu kommt diePsychosozialen Betreuung einmal täglich. Außerdem wird Ihnen einmal in der Nacht Hilfe zuteil, jedoch nicht tagsüber.
  • Den Pflegegrad 3 erhalten Sie, wenn Sie 131 bis 278 Minuten Hilfe benötigen. Zudem werden Sie dann 2- bis 6- mal täglich, sowie bis zu 2-mal nachts betreut und die Hilfspräsenz tagsüber beträgt weniger als sechs Stunden.
  • Auch beim Pflegegrad 4 ist die Grundpflege genau festgelegt. Sie beträgt zwischen 184 und 300 Minuten, psychologische Unterstützung erhalten Sie zwei bis drei Mal täglich. In der Nacht müssen Sie sechs bis zwölf Mal und tagsüber sechs bis zwölf Stunden versorgt werden.
  • Erhalten Sie eine rund-um-die-Uhr-Versorgung tagsüber, nachts mindestens drei Mal Unterstützung, sind Sie in den Pflegegrad 5 eingestuft. Dessen Grundpflege ist mit 24 bis 279 Minuten festgelegt.
  • Bei den Pflegegraden 2 bis 4 sind nochmals erweiterte Leistungen möglich, sofern eine eingeschränkte Alltagskompetenz vorliegen sollte.

Was zahlt die Pflegeversicherung pro Monat?

Sei dem laufenden Jahr 2017 unterscheidet die Pflegekasse die Höhen der Geldzuweisungen zwischen Geld- und Sachleistungen, sowie den sogenannten Leistungsbeiträgen.

Der monatliche Entlastungsbetrag von 125 Euro gilt für sämtliche Pflegegrade, während für die Pflegegrade 1 und 2 weder Geld- noch Sachleistungen gezahlt werden. Ansonsten überweist Ihnen die Pflegekasse folgende Beträge monatlich:

  • Geldleistungen ambulant: 316 Euro (Pflegegrad 2), 545 Euro (Pflegegrad 3), 728 Euro (Pflegegrad 4), sowie 901 Euro bei Pflegegrad 5.
  • Sachleistungen ambulant: 689 Euro (Pflegegrad 2), 1.298 Euro (Pflegegrad 3), 1.612 Euro (Pflegegrad 4), 1.995 Euro (Pflegegrad 5).
  • Leistungsbeträge vollstationär: 125 Euro (Pflegegrad 1), 770 Euro (Pflegegrad 2), 1.262 Euro (Pflegegrad 3), 1.775 Euro (Pflegegrad 4) sowie 2.005 Euro für die Einstufung in den Pflegegrad 5.

Pflege in den eigenen vier Wänden

Viele Pflegebedürftige möchten in den eigenen vier Wänden bleiben. In diesen Fällen unterstützt Sie die Pflegeversicherung mit bis zu 4.000 Euro pro Maßnahme, wenn Sie entweder Umbauten in der Immobilie vornehmen müssen oder falls Sie besondere Hilfsmittel benötigen.

Gehen Sie in diesen Fällen unbedingt bereits im Vorfeld zu einer entsprechenden Beratungsstelle, um das gesetzlich festgelegte „Erste Pflegestärkungsgesetz“ in Anspruch zu nehmen.

Extra für diese Maßnahmen stehen Ihnen in Deutschland weit über 250 Wohnberatungsstellen mit Rat und Tat zur Seite. Deren Beratungshilfen gelten übrigens für Pflegebedürftige selbst, ältere und behinderte Menschen, Angehörige sowie sinnvollerweise den Pflegekräften.

Wünschen Sie weitere Informationen zur Frage „Was zahlt die Pflegeversichtung?“ Dann rufen Sie uns an unter 089 958 972 90 oder schicken Sie eine E-Mail an info@aktiv-dahoam.de.

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